Im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der ehemaligen Schiessanlage Buholz wurden in den vergangenen Monaten vertiefte Untersuchungen durchgeführt. Dabei wurden leider erhebliche Belastungen mit sogenannten PFAS festgestellt.
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind chemische Stoffe, welche über viele Jahre hinweg in verschiedensten Produkten und Anwendungen eingesetzt wurden. Sie gelten als sehr langlebig und bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab. In den letzten Jahren rückte diese Stoffgruppe zunehmend in den Fokus von Umweltbehörden und Fachstellen.
Die neuen Untersuchungsergebnisse haben Auswirkungen auf die geplante Sanierung. Ursprünglich wurde für die Sanierung mit Kosten von rund CHF 430’000 gerechnet (exkl. MwSt. und vor Abzug der VASA-Beiträge). Aufgrund der festgestellten PFAS-Belastungen muss das belastete Material jedoch voraussichtlich speziell entsorgt werden. Die aktuellen Entsorgungspreise liegen bei rund CHF 400 pro Tonne und sind schweizweit starken Schwankungen unterworfen.
Dadurch steigen die geschätzten Gesamtkosten der Sanierung gemäss aktuellem Kenntnisstand auf rund CHF 800’000 (exkl. MwSt. und vor Abzug der VASA-Abgeltungen von 40 %). Allein die zusätzlichen PFAS-bedingten Mehrkosten belaufen sich auf rund CHF 370’000. Auch der Gemeindeanteil erhöht sich um CHF 200’000, was eine massive finanzielle Belastung darstellt.
Die Entsorgungssituation präsentiert sich aktuell schweizweit äusserst schwierig. Gesetzliche Grenzwerte und langfristige Entsorgungsstrategien befinden sich teilweise noch in Entwicklung. Gleichzeitig zeigen sich verschiedene Deponien bei der Annahme von PFAS-belastetem Material zurückhaltend. Dies führt zu Unsicherheiten, eingeschränkten Entsorgungsmöglichkeiten und schwer vorhersehbaren Preisentwicklungen.
Hinzu kommt, dass die Gemeinde Steinach mit dem belasteten Standort «Rohr» bereits einen weiteren Altlastenstandort untersucht. Auch dort zeichnet sich eine PFAS-Belastung ab. Der effektive Sanierungsbedarf sowie die möglichen finanziellen Auswirkungen können derzeit jedoch noch nicht abschliessend beurteilt werden. Bereits heute ist aber absehbar, dass die PFAS-Thematik die Gemeinden in den kommenden Jahren zunehmend beschäftigen und finanziell fordern wird.
Die Gemeinde wird nun gemeinsam mit Fachplanern und den zuständigen kantonalen Stellen das weitere Vorgehen prüfen. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob eine sofortige Sanierung unter den aktuellen Rahmenbedingungen sinnvoll und verhältnismässig ist oder ob zugewartet werden kann, bis verlässlichere und wirtschaftlich tragbare Lösungen zur Verfügung stehen.
Aus Sicht der Gemeinde ist klar: Die PFAS-Thematik darf nicht alleine auf die Gemeinden abgewälzt werden. Es braucht auf kantonaler und eidgenössischer Ebene dringend klare Rahmenbedingungen sowie praktikable und finanzierbare Entsorgungslösungen. Andernfalls drohen den Gemeinden Kostenfolgen, welche die öffentlichen Haushalte massiv belasten.
Die Bevölkerung wird über neue Erkenntnisse laufend informiert.
